Young Health 4 Hamburg

Young Health 4 Hamburg richtet sich mit seinem in Deutschland bislang einzigartigen Konzept speziell an junge Menschen, die noch ihr ganzes Leben vor sich haben. Ziel ist es, die Lebensumstände von entkoppelten jungen Menschen auf Hamburgs Straßen langfristig zu verbessern und ihnen Zukunftsperspektiven abseits der Straße aufzuzeigen. Ein besonderer Fokus liegt darauf, das Bewusstsein für ein gesundes Leben und einen verantwortungsvollen Umgang mit sich selbst zu wecken. Denn Gesundheit ist das höchste Gut und mehr als die Abwesenheit von Krankheiten.

Download: Broschüre Young Health 4 Hamburg
YH4HH_Broschüre_FINAL_lowRes.pdf
PDF-Dokument [13.3 MB]

Young Health 4 Hamburg: Dieses neue Projekt fördert die Gesundheit von entkoppelten Jugendlichen (Disconnected Youth).

In Hamburg haben viele junge Menschen kein Dach über dem Kopf und leben zum Teil auf der Straße. Die eigene Gesundheit spielt bei akuten Beschwerden natürlich eine große Rolle – aber was ist mit Prävention? Was ist mit Krankheiten, die später kommen können: Herz-Kreislauf, Diabetes, Asthma, Hepatitis? Sie spielen eine eher untergeordnete Rolle. Dies will der Hamburger Verein basis & woge gemeinsam mit seinem Kooperationspartner, dem forschenden Pharmaunternehmen AstraZeneca, ändern. Im Rahmen einer Pressekonferenz stellten die beiden Partner gemeinsam mit Senatorin Dr. Melanie Leonhard das Projekt Young Health 4 Hamburg vor. 

Das Projekt besteht im Wesentlichen aus zwei Säulen, Young Health 4 Life und Young Work 4 Life. Beide Säulen zielen darauf ab, die Jugendlichen fit zu machen für ein Leben abseits der Straße. Der Name ist dabei jeweils Programm: So werden den Jugendlichen bei Young Health 4 Life durch Gesundheitskurse, persönliche Beratungsgespräche und Workshops Inhalte rund um das Thema Gesundheit vermittelt. „Es geht dabei sowohl um den Umgang mit und die Prävention von Krankheiten als auch um körperliche Bewegung und gesunde Ernährung“, erklärte Thomas Nebel, Geschäftsführer von basis & woge e.V. Den Jugendlichen werden beispielsweise im Rahmen von Kochkursen die Grundlagen gesunder Ernährung und das Know-how für die Zubereitung eigener Mahlzeiten nähergebracht. Bei Fußballtrainings und anderen Sportangeboten wird Teamgeist gepaart mit körperlicher Aktivität gefördert. 

„Das mag banal klingen, aber vielen Jugendlichen ist diese Form der Beschäftigung und Auseinandersetzung fremd. Außerdem helfen solche Angebote, einfach mal ein bisschen Unbeschwertheit zu erfahren“, erklärt Ronja Hengelhaupt, die selbst früher obdachlos war und sich nun für die Rechte und Sorgen Jugendlicher, die noch auf der Straße leben, einsetzt. 

„Auf der Straße gelten ganz eigene Regeln, die in erster Linie das eigene Überleben sichern“, so Thomas Nebel. „Die Möglichkeiten für einen gesunden Lebensstil sind begrenzt, darüber hinaus fehlt den Jugendlichen das Bewusstsein dafür, wie wichtig die eigene Gesundheit überhaupt ist.“ 

 

Das Ziel von Young Work 4 Life ist es, die Jugendlichen an die Arbeitswelt heranzuführen. So haben sie die Möglichkeit, im Secondhand-Shop Flohbuy mitzuhelfen oder als Teil von Cashwork handwerkliche Tätigkeiten zu übernehmen. „Die Erfahrungen vieler Jugendlicher sind häufig geprägt durch die Abhängigkeit von sozialen Transferleistungen wie Hartz IV oder durch illegalen Gelderwerb. Auf diese Weise sammeln sie erste positive Erfahrungen in der Arbeitswelt. Zudem stärkt der legale Gelderwerb ihr Selbstwertgefühl. Das wiederum schafft eine gute Basis, um das eigene Leben in die Hand zu nehmen“, berichtet Burkhard Czarnitzki, Abteilungsleiter Jugendsozialarbeit bei basis & woge e.V. 

 

Beide Projekte werden über die kommenden fünf Jahre von dem forschenden Pharmaunternehmen AstraZeneca in Wedel mit einer Gesamtsumme in Höhe von 500.000 Euro unterstützt. Dr. Kai Richter, medizinischer Direktor und Mitglied der Geschäftsführung bei AstraZeneca, erklärt die Gründe für das Engagement: „Wir verstehen das Projekt Young Health 4 Hamburg als eine Investition in die Zukunft: Es ist unser Beitrag zu einer intakten und stabilen Gesellschaft. Denn Gesundheit bedeutet mehr als die Abwesenheit von Krankheiten, sie bedeutet soziale und gesellschaftliche Teilhabe und damit Chancengleichheit.“ 

 

Bereits seit vier Jahren unterstützt das Pharmaunternehmen den sozialen Träger, bisher jährlich mit 30.000 Euro. Hinzu kommt der einmal im Jahr stattfindende „AlleZusammen-Tag“, an dem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von AstraZeneca freigestellt werden, um den Verein basis & woge praktisch zu unterstützen. 

Schon jetzt sind die Erfolge beachtlich: Seit Beginn der Kooperation im Jahr 2013 konnten mehr als 800 Jugendliche erreicht werden. „Es war schnell klar, dass wir partnerschaftlich und vertrauensvoll miteinander umgehen und gemeinsam viel bewegen können. Um die bisherigen Erfolge zu sichern und fortzuführen, haben wir dann gemeinschaftlich eine Ausweitung des Programms erarbeitet“, so Kai Richter. 

 

Senatorin Dr. Melanie Leonhard: „Ich freue mich, dass sich AstraZeneca noch stärker sozial engagiert als bisher. Wir brauchen mehr solcher Kooperationen, von denen soziale Träger und Unternehmen gleichermaßen etwas haben. Der Austausch von Erfahrungen und Erkenntnissen ist wichtig, um den Zusammenhalt der Gesellschaft zu stärken. Die Kooperationen zwischen sozialen Projekten und der freien Wirtschaft sind in diesem Kontext besonders spannend und wertvoll. Ich wünsche der Kooperation ein gutes Gelingen und hoffe, dass sie Vorbildcharakter entfaltet.“